Unternehmertum
Die erste Grenze — Warum Unternehmer sich selbst im Weg stehen
Es gibt einen Moment in jedem Unternehmen, in dem das Wachstum stagniert. Nicht weil die Strategie falsch ist. Nicht weil der Markt keine Chancen bietet. Sondern weil der Unternehmer selbst zur Decke wird.
Diese Decke ist unsichtbar. Sie lässt sich nicht in einem Geschäftsbericht quantifizieren. Aber jeder Gründer, der ehrlich mit sich selbst ist, kennt sie. Es ist die Grenze, bis zu der er sich selbst trauen, bis zu der er glauben kann. Und alles darüber hinaus? Das fühlt sich nicht nur schwierig an — es fühlt sich unmöglich an. Ich bin auf diese Grenze bei mir selbst gestoßen. Mehrfach. Bei S2 Software war es die Frage: Kann ein Unternehmen wirklich ohne meine tägliche Kontrolle funktionieren? Bei Seminarhaus Heim: Kann ich wirklich Menschen vertrauen, die nicht nach meinen Vorstellungen arbeiten? Bei der Lernbegeisterung Schule: Kann ich wirklich etwas Neues aufbauen, ohne am Alten zu ertrinken? Jede dieser Grenzen war nicht rational. Sie war emotional. Sie war unbewusst. Und sie war real. Der erste Schritt ist, sie zu sehen. Nicht zu leugnen. Nicht zu relativieren. Sondern zu erkennen: Das Unternehmen wächst so schnell wie ich selbst wachse. Nicht schneller. Egal wie gut die Planung ist. Das ist nicht entmutigend — das ist befreiend. Weil es bedeutet: Wenn ich meine inneren Grenzen verschiebe, verschiebt sich auch die Decke über meinem Unternehmen. Die Frage ist nicht mehr: Wie werde ich größer? Die Frage ist: Wer muss ich werden, damit mein Unternehmen größer werden kann?
„Wenn ich meine inneren Grenzen verschiebe, verschiebt sich auch die Decke über meinem Unternehmen."
Ronny Schausten
CEO · Unternehmer · Initiator · Cochem an der Mosel